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Wann ist Psychotherapie notwendig?

Aktualisiert: 22. Jan.


Diese Frage wird mir sehr häufig gestellt von den unterschiedlichsten Menschen, auch von Freunden und Familie. Leider gibt es auf diese oft gestellte Frage keine allgemeingültige Antwort. Meine Antwort ist meistens: „Das hängt von vielen Faktoren ab.“

Beleuchten wir einige dieser Faktoren kurz gemeinsam:


Leidensdruck bewältigen Der erste und wichtigste Faktor ist wohl Leidensdruck. Gibt es etwas in meinem Leben was nicht unbedingt rund läuft, was jedoch kein Leid verursacht, wird es mich nicht auf die Idee bringen dafür externe Hilfe anzufordern. Dieser Gedanke wird wahrscheinlich erst auftauchen, wenn ich wirklich beginne unter einem Aspekt meines Lebens zu leiden oder wenn dieser Aspekt mein Leben so einschränkt, dass durch die Einschränkungen Leid entsteht.

Beispiel: Wenn ich Angst vor Spinnen habe ist das zunächst nicht weiter schlimm. Wir können unsere Wohnung säubern, um keine Spinnen in unserem Wohnraum zu finden. Wir können Kellerräume meiden oder nicht in eine Tierhandlung gehen in der es Spinnen gibt. Beginne ich nun aber Spinnen so exzessiv zu vermeiden, dass ich kaum noch meine Wohnung verlassen kann, beginnt die Belastung auf ein neues Level zu klettern.


Die passende Umgangsstrategie

Verspüren wir innerhalb unseres Lebens bereits einen gewissen Leidensdruck muss man sich die Frage stellen: „Wie gehe ich nun damit um?“

Viele Menschen haben von Natur aus bereits eine sehr gesunde Art mit Leid, Belastung und Stress umzugehen. Sie gehen das Problem lösungsorientiert an. Manche von uns haben dies von Natur aus nicht und reagieren auf Belastungen sehr emotionsfokussiert. Dadurch wird Stress oder Belastung nur noch unerträglicher, evtl. erdulden wir das Problem ohne etwas zu ändern, laufen davor weg oder verausgaben uns bei dem Versuch das Problem zu lösen so sehr, dass wir völlig ausgelaugt sind.


Häufig hängt das Aufsuchen einer Psychotherapie von der persönlichen Präferenz des Menschen ab. Viele wollen erstmal die Probleme alleine angehen oder diese mit Freunden und Familie besprechen und suchen erst eine Psychotherapie, wenn wirklich alle Lösungsversuche einmal probiert wurden oder wenn Freunde und Familie sie dazu animieren. Anderen geht es tatsächlich besser damit Probleme von vorneherein direkt mit jemand Dritten und Außenstehenden zu besprechen, um vielleicht der Familie nichts davon sagen zu müssen oder um eine neutrale Meinung zu erhalten oder ein objektives Gespräch über eine sehr subjektive Empfindung führen zu können.


Welcher der oben genannten Aspekte auch immer auf dich zutreffen sollte, scheue dich nicht nach Hilfe zu fragen oder eine neutrale Meinung zu erbitten. Denn in den meisten Fällen ist dies der erste Schritt in eine deutliche Steigerung deiner Lebensqualität!



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